Eine Nacht im Zug, die ist lustig…

Das, was nun als Bett dienen sollte, war gebaut und ich liege nun drin um zu schlafen, naja es wenigstens zu versuchen.

Man darf sich den Zug nicht wie unsere deutschen vorstellen, die sind ja die absoluten Luxusdinger. Der Zug, in dem ich sitze, hört sich an wie ne Großbaustelle. Überall quitscht und rattert es; es knackt, knirrscht und poltert. Außerdem fühlt es sich so an, als ob er querfeldein fährt, über Knübbeldamm oder sonst was. Auf  jeden Fall wird man „behutsam“ in den Schlaf gewogen.

Ich schaffe es tatsächlich einzuschlafen, doch nicht für sehr lange. Gegen 23 Uhr erreichen wir den Hauptbahnhof von Warschau. Man kann ich nicht vorstellen wie laut so ein Bahnhof gegen Mitternacht sein kann: Nicht von dem quitschendem Zug wurde ich geweckt, sondern von den Menschen, die auf den Bahnsteigen standen und sich unterhalten haben… können die das auch nicht leiser??? Hier versucht jemand zu schlafen!

Dann das tolle Spiel ‚Tür auf, reingeguckt, Tür wieder zu…‘ ging bestimmt 15 mal so, bis wir endlich weiterfuhren.

Gegen 0:40 Uhr ging die Fahr weiter und auch die „Nachtruhe“… denkste:

3:00 Uhr: 1. Passkontrolle

3:40 Uhr: 2. Passkontrolle

4: 40 Uhr: Zollkontrolle

Ab jetzt ging garnichts mehr mit schlafen. Grund: Der Zug wurde umgespurrt. Das bedeutet, dass die Räder ausgetauscht werden und Neue untermontiert werden, während wir Fahrgäste versuchen zu schlafen! Versuchen trifft es!

Das Ruckeln dabei ist so stark, dass ich nach dem ersten Stoß aus meinem Bett gesprungen bin, weil ich sonst rausgefallen wäre. Ich sitze also nun mitten im Gang – das untere Bett ist durch die junge Russin belegt- und lasse die Schüttelaktion über mir ergehen.

5:30 Uhr: 3. Passkontrolle, der Pass wird diesmal eingezogen

5:50 Uhr: Pass wiederbekommen MIT ausgefüllter Migrationcard

6:10 Uhr: die Fahrt geht weiter, ich im Bett, versuche zu schlafen

Gegen 9 Uhr werde ich wieder wach und mich überkommt ein panisches Gefühl. 10 Uhr soll der Zug doch ankommen und ich muss noch die Nachtsachen zusammenpacken!!! HEKTIK!!! STRESS!!! ANFALL!!! Na toll, da war es wieder, das blöde Etwas 😦

Etwa 1 Stunde später erfahre ich, dass der Stress ganz um sonst war: Zeitverschiebung… 1 Stunde weiterdenken, ARRRR!!!!

Gegen 11 Uhr 13 erreicht der Zug, ich schon wieder auf den Beinen, den Hauptbahnhof Misk.

Geschafft!!!

Advertisements

~ von Echium - 21. Juli 2010.

2 Antworten to “Eine Nacht im Zug, die ist lustig…”

  1. ich glaub so ein abenteuer hast du dir sicher noch gewünscht auf deiner liste.. grins.. ohh ich freu mich auf den rest…

  2. liebes anneschätzchen, das hört sich ja grausam an, was du da erleben musstest….ich bin sehr stolz auf dich, dass du dir das überhaupt zutraust, ich wäre vor angst schon gestorben, kennst mich ja. ich und bahnfahren und dann noch in einem fremden land, so fast alleine…;-) hdl und denke an dich !!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: