22.07.2010 Im Kinderheim

Heute endlich die Registrierung geschafft, wurde ja auch Zeit… muss man innerhalb von 3 Tagen machen, sonst gibt es ganz großen Ärger!

Dann bin ich mit Alina, Eugeny und dem „Chauffeur“ Igor zum Kinderheim gefahren: Endlich sehe ich den Ort, wo ich nun also 4 Wochen arbeiten werde. Von Aussen ganz nett anzusehen, zwar mit einer riesigen Mauer von der Aussenwelt abgeschnitten, aber diese Mauer wurde bunt bemahlt und sehr kindgerecht gestaltet. Eugeny und Alina begleiten mich zur Leiterin. Wie erwartet spricht hier keiner Englisch, geschweige Deutsch, also müssen meine stümperhaften Russischkenntnisse ausreichen.

Die Leiterin erklärt mir die wichtigsten Dinge und zeigt mir einige Stationen. Eugeny verabschiedet sich hderweilen und fährt mit Igor zurück ins Büro.

Zuerst sind wir auf der Säuglingsstation: Hier leben Babys ab dem ersten Lebenstag bis zu 3 Monaten. In den 3 kleinen Zimmern mit Glaswänden befinden sich jeweils 3 Bettchen und ein Wickeltisch. Zwischen den Bettchen schmale Gänge, die mich sehr an den Zug erinnern. Jedes Bett ist ausgestattet mit einer Madratze, einem Tuch, dass als Decke diehnt und einer angebundenen Rassel am Kopfende.

In den Eisenbettchen liegen die kleinen Würmchen udn erfreuen sich an dem Spiel mit der Rassel. In mir der ironische Gedanken, was das für ein kindgerechtes Leben ist. Die Würmchen tun mir Leid!

Trotz allem lächle ich und antworte auf die Frage, ob mir der Raumm gefällt. Ich sage, dass er sehr hell ist… das ist auch irgendwie das einzig Positive an dem Raum.

Von dort geht es auf die Isolationsstation. HIerher kommen alles Kinder, die ansteckende Krankheiten haben und eine Gefahr für die Gruppe darstellen könnten. Ich entdecke beim zügigen durchgehen 2 Kinder mit Masern.

Weiter zur Palliativstation:  Ich kenne die Arbeit auf Palliativstationen und mache mich innerlich auf das Schlimmste gefasst. Die frage, ob ich mich kurz umsehen darf wird bejahrt und ich schaue einmal kurz in die Runde. 9 Bettchen, alles belegt und ich atme erleichtert auf… innerlich habe ich mit Schlimmerem gerechnet. Details erspare ich mir hier an dieser Stelle.

Tamara, die Leiterin, sagt mir, dass sie anfangs mich hier eingeplant hatte, ich aber „Воспитательница“ (Erzieherin) bin, werde ich in einer anderen Gruppe zugeteilt.

Wir gehen nun durch ein Gewirr von Gängen und Treppen in einen kleinen Innenhof, wo 3 Frauen auf einer Bank sitzen und sich unterhalten. Daneben stehen 7 Kinderwagen, ein Kind läuft im Kreis herum und schlägt dabei im immer gleichen Rhythmus 2 Schuhe aneinander, ein Kind sitzt auf dem Schoß einer Frau und ein Kind sitzt im Gehfrei. Das ist also meine Gruppe. Ich gehe auf den kleinen, im kreislaufenden Jungen zu ujnd begrüsse ihn mit einem freundlichen „Привет“ ( Hallo). Er hält kurz inne, schaut zu mir auf und färht dann mit seiner Handlung fort.

Die 3 Frauen sagen mir gleichzeitig, dass der Kleine Wowa heisst. Schön zu wissen!

Leider leider muss ich nun wieder hoch ins Büro zu Tamara. Dort werden noch Formalien geklärt, Infos ausgetauscht, sowie Handynummern und der Türcode für die Eingangstür. Dann verlasse ich zusammen mit Alina das Kinderheim… Morgen 10 Uhr komme ich wieder! Was für ein Hochgefühl!

Das Kinderheim von Außen

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~ von Echium - 28. Juli 2010.

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