April

So, nun habe ich mal ein bisschen Ruhe, Zeit und auch Muße zu schreiben, was im April so bei mir los war:

Seit der Lungen-OP im Februar hatte ich Probleme mit den Epianfällen, die meinen Tagesablauf bestimmten. Christian ist mit mir zusammen nach Emden gefahren, wir haben einen Ausflug in die Niederlande gemacht (ich habe darüber berichtet) und dann musste er leider aus beruflichen Gründen ( und ich denke auch aus persönlichen Gründen) wieder zurück nach hause.

Ich bin also allein in Emden geblieben, mit täglichen Anfällen und der ständigen Angst, dass das irgendwann mal schief geht.

Also habe ich mich in meiner Verzweiflung einer Dozentin (folgend als Salvadora genannt), die mehr Freundin ist, anvertraut und so einige Nächte bei ihr und ihrer Familie verbracht habe. Gute Entscheidung, denn irgendwann haben auch andere Dozenten und die Studiengangsleitung von meiner aktuellen Situation mit den Anfällen mitbekommen und mir angeraten das Studium zu unterbrechen.

Meine Reaktion: Kommt nicht in die Tüte!!!

Es lief trotzdem alles darauf hinaus, dass ich entweder rund um die Uhr eine Betreuung habe oder das Studium abbrechen muss. Da Salvadora weiß, wie wichtig mir das Studium ist, hat sie sich prompt bereiterklärt ein Auge auf mich zu werfen. Folge: Ich bin zu ihr ins Häuschen eingezogen. Das war übrigens schon Mitte März

So war ich also jeden Tag UND Nacht unter Beobachtung. Ich kann und will hier nicht beschreiben, wie rührend sie und ihre Familie sich kümmert; das kann man auch schlecht in Worte fassen.

Nun konnte ich also mein Studium fortsetzen.

Am 2. April hatte der kleine Fratz Geburtstag, den ich leider verpasst habe… Ich war mal wieder in Krankenhaus. Die Situation wurde trotz toller und liebevoller Unterstützung von Salvadora immer unerträglicher und Oma hat beschlossen für 2 Wochen nach Emden zu kommen…. Geplant und auch umgesetzt.

Wir nutzten die Zeit sehr intensiv füreinander, waren in Holland, hatten wunderschöne Tage und endeten leider wieder mit einem Krankenhausaufenthalt, der es in sich hatte.

Kurz gesagt: 3 Stunden Epianfall, nur ein künstliches Koma unterbrach den Anfall und ich war somit außer Gefecht gesetzt; gratis Rettungshubiflug, Ostern „verschlafen“, Pläne durcheinandergeworfen!

Von den Ärzten nur verdutzte Gesichter, die nicht fassen konnten, dass ich da so unbeschadet rausgekommen bin.

Seit ein paar Tagen bin ich nun wieder in Emden. Und bevor ich jetzt von allein Seiten Prügel beziehe: Ich kann nicht anders, zuhause halte ich es nicht aus, hier fühle ich mich wohl und das ist, was ich brauche!!!

Die letzten 2 Monate habe ich auch intensiv genutzt um Dinge zu klären, die echt nötig waren. Ich weiß nun , was ich will, wo ich die letzten Tage gerne verbringen möchte, was -so glaube ich- mir in den letzten Stunden gut tun wird und mir helfen wir, die Welt ruhig und mit einem guten Gefühlt zu verlassen.

Bis zu dieser Erkenntnis (und es kommen täglich neue dazu) hat es viele Tränen, viele Gespräche und Entscheidungen gebraucht. Auf meinem Weg gibt es nun ein paar Stolpersteine weniger und es gibt nichts schöneres als Entscheidungen zu treffen, hinter denen ich stehe und mir das Gefühl von Sicherheit vermitteln.

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~ von Echium - 6. Mai 2011.

3 Antworten to “April”

  1. Liebste Anne,
    danke:)
    Entscheidungen die du für dich triffst sind immer die richtigen.
    Es sind deine und nicht die von anderen Menschen.
    Ich hoffe du kannst weiter mit uns in Kontakt bleiben.

    Ganz liebe Grüsse, Tanja

  2. Puh, hart. Aber ich glaube du machst das alles richtig und vor allem mach das was dir gut tut.

    LG
    Susanne

  3. Dass du dich dort wohl fühlst, das ist das Wichtigste…

    Schade, dass es so weit weg ist, sonst würde ich glatt auf ein Eis vorbei kommen…

    *umärmel*

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