26.07.2010: Lilia – eine gute Seele

Den Weg zum Kinderheim ohne Probleme gemeistert. Also hinein in die Höhle des Löwen.

Ich werde von einer anderen Betreuergruppe empfangen. Nur Ira kenne ich. Lilia ist um die 45 Jahre und mit einer besonderen Hingabe bei der Arbeit. Es macht mir große Freude mit ihr zu arbeiten und sie gibt mir die Zuversicht, das die 4 Wochen doch nicht so schlimm werden, wie am Freitag befürchtet. Sie ermutigt mich selbst aktiv zu werden, mich mit den Kindern zu beschäftigen. Ich darf die kleine aus dem Gitter und auf den Arm nehmen, ja sogar im Raum krabbeln lassen. Der Tagesablauf ist der selbe, aber irgendwie macht er nun mehr Sinn. So ist z.B. die Zeit draußen interessant. Die Kinder sitzen zwar auch in ihren Karren, aber sie werden durch den Garten gefahren.

Leider denkt niemand daran die Kleinen krabbeln zu lassen, aber dafür habe ich auch schon einen Plan. Einige Kinder sind im Gehfrei und dürfen sich uneingeschränkt bewegen. Auch später im Raum werden sie nicht an den Laufgittern angebunden. Ich habe heute Seifenblasen dabei und damit die Attraktion. Sie können gar nicht genug bekommen von den tanzenden Blasen. Ich merke dass die freundliche Atmosphäre sich auf die Kinder auswirkt. Sie sind aufgeschlossener, ruhiger und weniger weinerlich.. So stelle ich mir die Arbeit vor. Auch das Mittagessen verläuft ruhiger. Leider wird aber nicht auf Selbständigkeit und Partizipation geachtet. Die Kinder müssen essen, ob sie wollen oder nicht. Zur Not auch mit Gewalt. Mahlzeit….oder besser: aufs Erbrechen!

Zu Beginn des Mittagsschlafes darf ich auch mit dabei sein und muss nicht vor der Tür stehen bleiben. Die Kleinen kommen schnell zur Ruhe. Sie werden ja auch von Lilia liebevoll in den Schlaf gesungen.

Nun ist Mitarbeiteressen und Pause.

Gegen 14 Uhr weint Arzom. Er wird von Lilia aus seinem Bettchen geholt und ins Laufgitter gelegt. Ich beschäftige mich mit ihm. Immer wenn ein Kind wach ist, wird es geholt und nicht weinend liegengelassen. Gegen 15.20 Uhr werden die letzten Kinder von Lilia und mir geweckt. Sie singt dabei ein fröhliches Lied.

Nach dem Topf-Ritual gibt es Getränke und etwas geriebenen Apfel und dann geht es auch schon an die frische Luft. Gegen 17.30 Uhr verlasse ich das Heim; beschwingt und mit einem sehr guten Gefühl.

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~ von Echium - 3. November 2012.

2 Antworten to “26.07.2010: Lilia – eine gute Seele”

  1. Die Blümelein, sie schlafen
    schon längst im Mondenschein,
    sie nicken mit den Köpfen
    auf ihren Stengelein.
    Es rüttelt sich der Blütenbaum,
    er säuselt wie im Traum.
    Schlafe, schlafe du,
    mein Kindlein, schlafe ein.

    Die Vögelein, sie sangen
    so süß im Sonnenschein;
    sie sind zur Ruh gegangen
    in ihre Nestchen klein.
    Das Heimchen in dem Ährengrund,
    es tut allein sich kund:
    Schlafe, schlafe du,
    mein Kindlein, schafe ein.

    Sandmännchen kommt geschlichen
    und guckt durchs Fensterlein
    ob irgend noch ein Liebchen
    nicht mag zu Bette sein.
    Und wo er noch ein Kindchen fand,
    streut‘ er ins Aug‘ ihm Sand.
    Schlafe, schlafe du,
    mein Kindlein, schafe ein.

    Text: Anton Wilhelm F. v. Zuccalmaglio (1840)
    Melodie: Volksweise aus Frankreich (1599)

  2. Liebe Anne,
    ich hoffe dein Plan wird Wirklichkeit dass die Kinder us dem Karren rauskommen! Tanja

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