5 Jahre

Ein mulmiges und zugleich glücklich-zufriedenes Gefühl beschleicht mich… Genau fünf Jahr ist es nun her und doch fühlt es sich manchmal an, als wäre es gestern gewesen. Der 28. März 2008 hat mein Leben auf den Kopf gestellt, mein Vertrauen in mich, mein Leben und mein Glück in den Grundfesten erschüttert. Aber ich hab es geschafft, ich lebe noch. Jedes weitere Jahr, das mir die Zukunft schenkt, wird ein besonderes Jahr werden.

Die letzten fünf Jahre waren definitiv hart. Ich hatte Angst, fühlte mich oft einsam. Auch wenn man von seinen Liebsten aufgefangen wird, so ist man mit dem ungebetenen Gast im Innersten und den Schmerzen doch alleine.
Einsam bin ich oft, ja aber auch so viel reicher an Erfahrungen: Ich weiß, wie es sich anfühlt, die Haare zu verlieren, wie es sich anfühlt, unter Schmerzen irgendwie den Alltag zu bewältigen, wie es sich anfühlt, die eigene Leistungsfähigkeit schwinden zu sehen, ich weiß, wie sich das eigene Spiegelbild nach Operation, Chemotherapie, Kortison, Bestrahlung verändert und das Selbstbewusstsein erschüttert. Ich weiß, wie schwer es manchmal fällt, auf Hilfe und Unterstützung angewiesen zu sein.
Es waren auch traurige Jahre, mit vielen Entbehrungen, Enttäuschungen und Verlusten,
Und dennoch kann ich sagen, dass die letzten fünf Jahre voller Glück waren. Ich durfte und – darf noch immer – miterleben, wie der kleine Fratz  die Welt erobert, ich konnte mit ganz viel Unterstützung besonderer Menschen das Bachelorstudium abschließen und ich durfte über fünf Jahre hinweg erfahren, wie viel Kraft mir Moroks Liebe geben kann.

Diese fünf Jahre haben mir viele Menschen geschenkt, die für mich, Morok und unsere Familien da waren, die uns mit getragen haben und das auch weiterhin tun. Diesen Menschen gilt mein tiefster Dank!

Ich weiß ganz genau, wie viel ich ertragen kann, wie viel ich leisten kann, wie stark ich doch eigentlich bin. Fünf Jahre, die mich geprägt haben und mich auf der anderen Seite stark gemacht haben, an denen ich gewachsen bin. Ich will nicht sagen, dass ich abgeklärt bin, dass ich in den fünf Jahre Erwachsen geworden bin, aber ich bin definitiv gereift.

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~ von Echium - 28. März 2013.

3 Antworten to “5 Jahre”

  1. Liebe Anne,
    ich glaube reifen tun wir alle und ich find es schön dass du so stark bist:)
    Ich wäre ohne meinen Mann nicht so weit gekommen und er bleibt beir mir egal was passiert – wie heisst es: In Guten wie in Schlechten Zeiten.Seid Juli 2006 hat er alles ohne wenn und aber mitgemacht nachdem die Diagnose kam!

  2. Diese Erfahrung hat uns erwachsen gemacht. Ich kann vieles von dem, was du schreibst, nachempfinden. Man lernt, in so vielen Stress- und Ausnahmesituationen erwachsen und menschlich zu handeln. Man wird stark und wächst über sich hinaus. Eine großartige Erfahrung, wenn sie nicht diesen Hintergrund hätte.. scheiß Krebs.

    Dennoch bin ich stolz auf dich und dein Zähne Zusammenbeißen. Solange man sich nicht aufgibt, kann man sicher noch viele dieser Jahre erleben. Mit all ihren Erfahrungen, Enttäuschungen und Glück.

  3. […] hätte nie gedacht, dass mein Post “5Jahre” so einschlägt. 1041 Besucher und 9186 Klicks hab es an diesem Tag. Mich erreichten viele […]

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