Ich fürchte

Ich fürchte nichts – nichts – als die Grenzen deiner Liebe

Schiller – Kabale und Liebe
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~ von Echium - 21. Dezember 2013.

Eine Antwort to “Ich fürchte”

  1. ADOLF HOLL

    Habt Vertrauen

    »Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden«, sagt Søren Kierkegaard. Manchen Menschen macht das Angst. Sie wollen lieber erst verstehen und dann leben. Doch der Ruf des Engels »Fürchtet euch nicht!« dreht die Logik der Angst um. Die Hirten sollen sich auf den Weg machen, ohne zu verstehen. Das geht nicht ohne Vertrauen. Mutig ist, wer vertraut.
    Natürlich ist es in bestimmten Lebenssituationen sinnvoll, die Zukunft planend in den Blick zu nehmen. Nicht jede Planung ist angstgesteuert. Haushaltsplan, Ferienplan, Schulplan – diese Dinge gehören zum Alltag dazu. Aber das Leben selbst kann man nicht planen.

    Die wichtigsten Ereignisse in meinem Leben haben sich jedenfalls nicht aufgrund von Planung ergeben. Die großen Freundschaften sind ungeplant entstanden. Plötzliche Krankheit und Tod haben Planungen durchkreuzt. Geschenke kann man nicht planen, jedenfalls nicht diejenigen Geschenke, die man bekommt. Krisen kommen ungeplant, sosehr man gerade auch deswegen plant, um Krisen zu vermeiden. Auf dieser entscheidenden Ebene der Wirklichkeit versagt das Planungsdenken. Aus Planungsdenken wird Angstdenken, wenn es sich anmaßt, das Leben in den Griff bekommen zu können. … vertrauend hingegen gehen wir nicht durch das Leben wie Spaziergänger, die die Vergangenheit hinter sich und die Zukunft vor sich haben. Vielmehr rudern wir, die Zukunft im Rücken, die Vergangenheit vor unseren Augen. Je länger wir rudern, umso mehr Landschaft breitet sich vor unseren Augen aus. Erst im Zurückschauen erkennen wir, wie einzelne Puzzleteile unseres Lebens zusammenhängen und einen Sinn ergeben.

    Ich verstehe Weihnachten so, dass Vertrauen die Quelle des Lebens ist: Das Kind legt sich in die Arme der Menschheit. Damit fängt alles an. Das ermutigt dazu, auch selbst alles Bescheidwissen über „Gott “ beiseite zu legen und rückblickend die Geschenke in den Blick zu nehmen, die unseren Lebensweg säumen.

    (Adolf Holl)

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