1. Mai: Bestrahlungsfrei!

Richtig ausschlafen. Das ist mehr als nötig. Das Europakonzert mit dem wunderbaren Daniel Barenboim als Dirigent genießen. Vielleicht schlummer ich dabei ein. Euch allen ebenfalls einen ruhigen 1. Mai.

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~ von Echium - 1. Mai 2014.

52 Antworten to “1. Mai: Bestrahlungsfrei!”

  1. Das wünsche Ich Dir auch!

  2. „Maienwind am Abend sacht
    lässt die Blätter wehen.
    Lieblich duftend in der Nacht
    Fliederbäume stehen.
    Apfelblüten dicht an dicht
    schimmern weiß im Mondenlicht,
    weiß im Mondenlicht.
    Maienwind am Abend sacht
    lässt die Blätter wehen.“

  3. „Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün!“

    Mozart

    Mozart

    Mozart

    Volkslied, im Chor gesungen

  4. Grüß Gott du schöner Maien,
    Da bist du wiedrum hier.
    Tust Jung und Alt erfreuen
    Mit deiner Blumenzier.
    Die lieben Vöglein alle,
    Sie singen all so hell.
    Frau Nachtigall mit Schalle
    Hat die fürnehmste Stell.

    Die kalten Wind verstummen,
    Der Himmel ist gar blau.
    Die lieben Bienlein summen
    Daher auf grüner Au.
    Oh holde Lust im Maien,
    Da alles neu erblüht,
    Du kannst mir sehr erfreuen
    Mein Herz und mein Gemüt.

    Die kalten Wind verstummen,
    Der Himmel ist gar blau,
    Die lieben Bienlein summen
    Daher von grüner Au.
    Die Bächlein wie Kristallen
    so klar und auch so rein.
    Die Flüsse einher brausen
    Im güldnen Sonnenschein.

    (Volkslied aus dem 16. Jahrhundert)

  5. „Willkommen, lieber schöner Mai,
    dir tönt der Vögel Lobgesang!“

    (Dreistimmiger Kanon von Franz Schubert, 1797-1828; Text von Friedrich Hölty, 1748-1776)

    Hast du diesen wunderschönen Kanon auch schon mal mitgesungen, Echium?

  6. Der Mai ist traditionell auch der Marien-Monat.

    “ Heilend entspringt
    der Seele ein Lied.
    Dank Dir, Maria!
    Es ist dein Lied.“

  7. Ooooh ja, ausschlafen ❤ Da freu ich mich Morgen drauf, denn meine Bestrahlung ist auch endlich vorbei und Morgen darf ich das erste Mal seit Monaten wieder so lang im Bett bleiben, wie ich will. Naja, fast.. ich muss ja um 12.00 Uhr auf Arbeit sein, aber bis 10.00 Uhr ist da auf jeden Fall Kuschelbettalarm 🙂

    • Ausschlafen kann ich auch nicht. Um 6 klingelt der Wecker,jeden Tag fur die ersten Medikamente. Aber danach kann ich ja nochmal eindunseln.

  8. Nun will der Lenz uns grüßen,
    von Mittag weht es lau.
    Aus allen Ecken sprießen
    die Blumen rot und blau.
    Draus wob die braune Heide
    sich ein Gewand gar fein
    und lädt im Festtagskleide
    zum Maientanze ein.

    Waldvöglein Lieder singen,
    wie ihr sie nur begehrt.
    Drum auf zum frohen Springen,
    die Reis’ ist Goldes wert!
    Hei, unter grünen Linden,
    da leuchten weiße Kleid’,
    heija, nun hat uns Kinden
    ein End all Wintersleid.

    (Neidhart von Reuental, um 1210 – 1240)

    • Mein Uroma hat mir mal dieses hier vorgesungen:

      Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
      Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
      Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
      so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

      Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt´!
      Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
      Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
      es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

      Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
      wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
      Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
      mein Herz ist wie ´ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

      Und abends im Städtchen, da kehr´ ich durstig ein:
      Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
      Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
      von meinem Schatz das Liedel, das sing´ ich dazu.

      Und find ich keine Herberg´, so lieg´ ich zur Nacht
      wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
      Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
      es küsset in der Früh´ das Morgenrot mich wach.

      O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
      Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
      da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
      Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

      Gedichtet von Emanuel Geibel (1815-1884).

      • Das kenne ich auch seit meiner frühen Kindheit! Danke für die Erinnerung! Einige Strophen sind mir neu.

  9. Dein Lied zum 7. Mai kommt schon am Vorabend:

    „Der Mai, der Mai, der lustige Mai,
    Der kommt herangerauschet.
    Ich ging in den Busch
    Und brach mir einen Mai,
    Der Mai und der war grüne.
    Tra la la, tra la la la la la,
    Der Mai und der war grüne!

    Der Mai, der Mai, der lustige Mai,
    Erfreuet jedes Herze.
    Ich spring in dem Reih’n
    Und freue mich dabei
    Und sing und spring und scherze.
    Tra la la, tra la la la la la,
    Und sing und spring und scherze!“

    (Aus dem Siebengebirge, um 1847)

    Lustig ist, dass in vielen Liederbüchern zu lesen ist:
    „Ich spring in den Rhein…“ !
    Gemeint ist aber nicht ein Sprung ins Wasser, sondern das Tanzen im Reigen!

  10. Zum 8. Mai noch kein Lied?! Hier kommt noch eines, kurz vor Mitternacht:

    Leise zieht durch mein Gemüt
    Liebliches Geläute.
    Klinge, kleines Frühlingslied.
    Kling hinaus ins Weite.

    Kling hinaus, bis an das Haus,
    Wo die Blumen sprießen.
    Wenn du eine Rose schaust,
    Sag, ich laß sie grüßen.

    (Heinrich Heine, 1797-1856)

    Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) hat das Gedicht in einem wunderbaren Chorsatz vertont. Hast du den einmal mitgesungen?

  11. Maienzeit
    bannet Leid!
    Fröhlichkeit
    ist gebreit
    über Berg und Tal und grüne Auen.
    An dem Rain
    Blümelein,
    groß und klein,
    neu erschein´
    weiße, rote, gelbe und die blauen.
    Rings im Gras sind sie jach aufgesprungen.
    In dem Wald
    mannigfalt
    Sang erschallt,
    daß es hallt.
    Wahrlich besser ward er nie besungen.

    (Neidhardt von Reuenthal, 13. Jh.)

    Zum 10. Mai 2014!!!

  12. Noch mehr Mai!!!
    Diesen Chorsatz von Johann Hermann Schein aus dem Jahr 1621 liebe ich sehr. Ich schicke dir zwei Interpretationen. Die des Tölzer Knabenchors stellt für mich ein Ideal dar.

    Wie gefällt dir diese Musik?

  13. Alles neu, macht der Mai,
    macht die Seele frisch und frei.
    Laßt das Haus, kommt hinaus,
    windet einen Strauß.
    Rings erglänzet Sonnenschein,
    duftend pranget Flur und Hain;
    Vogelsang, Hörnerklang
    tönt den Wald entlang.

    Volkslied
    Text von H.A. von Kamp

  14. Maikäfer, flieg!
    Der Vater ist im Krieg.
    Die Mutter ist im Pommerland.
    Pommerland ist abgebrannt.
    Maikäfer, flieg!

    Dieses kleine Volks- und Kinderlied haben wir Nachkriegskinder bei unseren Spielen auf und in einem ehemaligen Bunker, der sich auf einem unwirtlichen, mit Schutt und magerem Gras bedeckten Gelände befand, unbefangen geträllert – ohne zu merken, wie traurig es ist.
    Das Lied hat eine interessante Geschichte, die viele Forscher beschäftigte, und mehrere Textvarianten.
    Ich bin froh, dass es heute von den Kindern nicht mehr gesungen wird.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Maik%C3%A4fer_flieg

    • Mein großer kleiner Bruder und ich haben als Kinder dieses Lied auch gesungen und auch uns ist der Text erst nach und nach bewusst geworden.

      Noch heute ist es so, dass, wenn ich einen Maikäfer entdecke (dieses Jahr noch nicht), mir sofort das Lied in Erinnerung kommt und ich möchte das Käferchen behutsam nehemen,schützen und streicheln.

  15. „Mai, Mai, Sommergrün,
    die Engel singen im Himmel schön,
    sie singen über die Maßen,
    Gott wird euch nicht verlassen!“

    Nach sudetendeutschen Rufen gestaltet von Gottfried Wolters
    für „Das singende Jahr“.

    Mein Gruß für dich zum heutigen 15. Mai.

  16. Frühlingsglaube

    Die linden Lüfte sind erwacht,
    sie säuseln und weben Tag und Nacht,
    sie schaffen an allen Enden.
    O frischer Duft, o neuer Klang:
    Nun, armes Herze, sei nicht bang:
    Nun muß sich alles, alles wenden.

    Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
    man weiß nicht, was noch werden mag,
    das Blühen will nicht enden;
    es blüht das fernste, tiefste Tal:
    Nun armes Herz, vergiß der Qual:
    Nun muß sich alles, alles wenden.

    (Ludwig Uhland, 1787-1862)

  17. Er ist’s

    Frühling lässt sein blaues Band
    Wieder flattern durch die Lüfte;
    Süße, wohl bekannte Düfte
    Streifen ahnungsvoll das Land.
    Veilchen träumen schon,
    Wollen balde kommen.
    – Horch, von fern ein leiser Harfenton!
    Frühling, ja du bist‘ s!
    Dich hab‘ ich vernommen!

    (Eduard Mörike)

  18. Wie schön blüht uns der Maien,
    der Sommer fährt dahin;
    mir ist ein schön‘ Jungfräulein
    gefallen in meinen Sinn.
    Bei ihr, da wärs mir wohl,
    wenn ich nur an sie denke,
    mein Herz ist freudevoll.

    Bei ihr, da wär ich gerne,
    bei ihr, da wär mir’s wohl:
    sie ist mein Morgensterne,
    strahlt mir ins Herz so voll.
    Sie hat ein‘ roten Mund,
    sollt‘ ich sie darauf küssen,
    mein Herz würd‘ mir gesund.

    Wollt‘ Gott, ich fänd‘ im Garten
    drei Rosen auf einem Zweig,
    ich wollte auf sie warten,
    ein Zeichen wär‘ mir’s gleich.
    Das Morgenrot ist weit,
    es streut schon seine Rosen:
    ade, mein‘ schöne Maid!

    Text: nach Georg Forster (1510-1568)

    Dieses Lied habe ich das erste Mal von Hannes Wader gehört. Ich pute mich mal als Konstantin Wecker – Hörerin (und „Befürworterin“). Und da es Wader und Wecker gelegentlich im Doppelpack gibt, bin ich so auf dieses hier gestoßen.

    • Die Fassung aus „Des Knaben Wunderhorn“ (1. Band) lautet so:

      Wie schön blüht uns der Mayen,
      Der Sommer fährt dahin,
      Mir ist ein schön Jungfräuelein
      Gefallen in meinen Sinn.
      Bey ihr ja wär mir wohl,
      Wann ich nur an sie denke,
      Mein Herz ist freudenvoll.

      2. Wenn ich des Nachts lieg schlafen,
      Mein Feinslieb kommt mir für,
      Wenn ich alsdann erwache,
      Bey mir ich niemand spür;
      Bringt meinem Herzen Pein,
      Wollt Gott, ich sollt ihr dienen,
      Wie möcht mir bas gesein.

      3. Bey ihr da wär ich gerne,
      Bey ihr da wär mirs wohl;
      Sie ist mein Morgensterne
      Strahlt mir ins Herz so voll.
      Sie hat ein rothen Mund,
      Sollt ich sie darauf küssen,
      Mein Herz würd mir gesund.

      4. Ich werf mit Rosenblättern
      In Liebchens Fenster ein:
      Ey schlafe oder wache,
      Ich möchte bey dir seyn!
      Das Fensterlein steht auf
      Wie bey dem Vogelsteller,
      Ich wag mich nicht hinauf.

      5. Wollt Gott, ich fänd im Garten
      Drey Rosen auf einem Zweig,
      Ich wollte auf sie warten,
      Ein Zeichen wär’s mir gleich;
      Das Morgenroth ist weit,
      Es streut schon seine Rosen,
      Adie meine schöne Maid.

  19. Ich kenne das Lied vom Chorsingen. In fast allen guten Sammlungen für Chorgesang gibt es schöne Chorsätze zu dieser Melodie.
    Wie gefällt dir der folgende? Da möchte ich gleich mitsingen! Sind diese Stimmen und die Gestaltung nicht wunderbar?

  20. Ich würde mir die Interpretation von Hannes Wader gern mal anhören, werde aber leider im Netz nicht fündig – bzw. es gibt Probleme mit den Urheberrechten.

  21. Frühlingsgedicht

    Willkommen, schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
    Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

    Ei! ei! da bist ja wieder!
    Und bist so lieb und schön!
    Und freun wir uns so herzlich,
    Entgegen dir zu gehn.

    Denkst auch noch an mein Mädchen?
    Ei, Lieber, denke doch!
    Dort liebte mich das Mädchen,
    Und ’s Mädchen liebt mich noch!
    Fürs Mädchen manches Blümchen
    Erbat ich mir von dir –
    Ich komm‘ und bitte wieder,
    Und du? – du gibst es mir?

    Willkommen, schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
    Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

    (Friedrich Schiller)

  22. Noch ein Lied aus meiner Kinderchorzeit:

    Jetzt fängt das schöne Frühjahr an,
    und alles fängt zu blühen an
    auf grüner Heid und überall.

    Es blühen Blümlein auf dem Feld,
    sie blühen weiß, blau, rot und gelb;
    es gibt nichts Schön’res auf der Welt.

    Jetzt geh ich über Berg und Tal,
    da hört man schon die Nachtigall
    auf grüner Heid und überall.

    • Dieses ebenso hübsche wie rhythmisch interessante Liedchen singen sicherlich alle Zweit-, Dritt- und Viertklässler/innen irgendwann einmal!

  23. Es färbte sich die Wiese grün
    Und um die Hecken sah ich blühn,
    Tagtäglich sah ich neue Kräuter,
    Mild war die Luft, der Himmel heiter.
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    Und immer dunkler ward der Wald
    Auch bunter Sänger Aufenthalt,
    Es drang mir bald auf allen Wegen
    Ihr Klang in süßen Duft entgegen.
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    Es quoll und trieb nun überall
    Mit Leben, Farben, Duft und Schall,
    Sie schienen gern sich zu vereinen,
    Dass alles möchte lieblich scheinen.
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
    Der alles so lebendig macht
    Und der mit tausend schönen Waren
    Und Blüten sich will offenbaren?
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    Vielleicht beginnt ein neues Reich –
    Der lockre Staub wird zum Gesträuch
    Der Baum nimmt tierische Gebärden
    Das Tier soll gar zum Menschen werden.
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    Wie ich so stand und bei mir sann,
    Ein mächtger Trieb in mir begann.
    Ein freundlich Mädchen kam gegangen
    Und nahm mir jeden Sinn gefangen.
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    Sie ging vorbei, ich grüßte sie,
    Sie dankte, das vergess ich nie –
    Ich musste ihre Hand erfassen
    Und Sie schien gern sie mir zu lassen.
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    Uns barg der Wald vor Sonnenschein
    Das ist der Frühling fiel mir ein.
    Kurzum, ich sah, dass jetzt auf Erden
    Die Menschen sollten Götter werden.
    Nun wusst ich wohl, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.

    (Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis, 1772-1801, Philosoph, Jurist, Bergbauingenieur, Schriftsteller, Dichter)

  24. Lob des Frühlings

    Saatengrün, Veilchenduft,
    Lerchenwirbel, Amselschlag,
    Sonnenregen, linde Luft!

    Wenn ich solche Worte singe,
    braucht es dann noch große Dinge,
    Dich zu preisen, Frühlingstag!

    (Ludwig Uhland, 1787-1862)

  25. Maikäfer fliege

    Einer von diesen Frühsommertagen,
    Die hell und voller Versprechen sind.
    An einen Baum gelehnt im Garten lagen
    Wir, du und ich, Vater und Kind.
    Du wieseltest auf allen vieren
    Zu der verwitterten Gartenbank
    Und fandest eins von diesen Krabbeltieren
    Und eine Kinderstimme sang:

    Maikäfer fliege,
    Daß ich dich nicht kriege!
    Flieg hinaus ins weite Land,
    Fliege fort von meiner Hand!

    Noch einmal Tränen vor dem Kindergarten,
    Schultüten und so viel Begeisterung.
    Das Selbstbewußtsein kriegt die ersten Scharten,
    Und das Vertrauen einen ersten Sprung.
    Und immer wieder kommen Zeugnistage
    Manchmal Kraftproben und Reiberei‘n.
    Und jedes Wort erst mal auf die Goldwaage,
    Und Feilschen um die Zeit, zu Haus zu sein.

    Maikäfer fliege,
    Daß ich dich nicht kriege!
    Flieg hinaus ins weite Land,
    Fliege fort von meiner Hand!

    Die Zeit der Pflaster und der Schrammen
    Auf deinen Knien liegt weit entfernt.
    Manchmal stehen wir beide stumm beisammen.
    Fliegen hast du längst gelernt.
    Dein Bleiben ist nur noch Verweilen,
    Gezählt und kostbar ist mir jeder Tag.
    Und jedes Schweigen, das wir teilen,
    Bis zum großen Flügelschlag.

    Maikäfer fliege,
    Daß ich dich nicht kriege!
    Flieg hinaus ins weite Land,
    Fliege fort von meiner Hand!

    (Reinhard Mey)

    • Heute früh las ich die Nachricht, dass der hier von Reinhard Mey besungene Sohn Maximilian nach einigen Jahren im Wachkoma im Alter von 32 Jahren verstorben ist, weggeflogen „ins weite Land“, weg von der väterlichen Hand.

      • … der „Maikäfer“ – „im wunderschönen Monat Mai… „

  26. Mai

    Die Kinder schreien »Vivat hoch!«
    In die blaue Luft hinein;
    Den Frühling setzen sie auf den Thron,
    Der soll ihr König sein.

    Die Kinder haben die Veilchen gepflückt,
    All, all, die da blühten am Mühlengraben.
    Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest
    In ihren kleinen Fäusten haben.

    (Theodor Storm)

    Ist das nicht schön!!!? Ich erinnere mich, wie ich mit meiner Freundin Ulrike, jede würdevoll mit einem Puppenwagen unterwegs, an einem Waldweg Veilchen pflückte. Ja, VIELE mussten es sein!!! Ganz viele!!!
    (Wir hatten im reifen Alter von 11 / 12 Jahren das sehr ernsthafte Spielen mit Schildkröt-Babypuppen entdeckt.)
    Ein paar Jahre später wurde ich Storm-Fan. Seinerzeit wirklich ungewöhnlich für ein junges Mädchen! Ich mag ihn offen gestanden noch heute ganz gern.
    Und du?

    • Ja, Theodor Storm mag ich auch sehr gerne, aber ein Fan?! Nee.

      Storms „Der Schimmelreiter“ hat mich damals (ich glaube 7. Klasse) in den Bann gezogen. Hauke Hein: zu der Zeit mein persönlicher Held. Fast jeden Sommer fuhren ich mit dem Internat zur Schuljahresabschlussfahrt an die Nordsee. Auf den Deichen war mir Storm und Hein immer sehr nahe.

      In Emden, Norddeich, Gretsiel oder sonstwo war das „Schimmelreiter“-Gefühl nicht mehr so präsent. Vielleicht muss ich ihn auch mal wieder lesen.

      • „Fan“ von Storm WAR ich. Ich mag manche seiner Gedichte sehr gern. Der Gehalt tief und rein empfunden, einfach und doch vollendet die Sprache. Und dazu hat er einen Konnex zu Kindern, gern mit einem liebevollen Augenzwinkern…

  27. Maikäfer

    Der Mai ist gekommen,
    die Maikäfer auch,
    noch liegen sie benommen
    auf Rücken und Bauch.

    Bald, wenn die Sonne wärmet
    mit lieblicher Glut,
    dann krabbelt und schwärmet
    die Maikäferbrut.

    Die Vög`lein im Walde
    zwitschern fröhlich dazu,
    sie wissen: Schon balde
    gibt es Käferragout.

    (Alfons Pillach)
    zum 23. Mai!

  28. Darf es noch etwas Pillachiges sein?

    Ruf des Frühlings

    Der Lenz kommt jetzt mit vollem Schwung,
    sein Frühlingsfest wird prächtig,
    macht Wald und Wiesen wieder jung,
    sein Zauberstab ist mächtig.

    Die Eule wartet tief im Tann
    auf frische Frühjahrsmäuse,
    der Frühling treibt die Schnecken an,
    sie schleppen ihr Gehäuse.

    Die Vögel sind mit frohem Klang
    jetzt wieder Himmelsstürmer,
    die Amsel wartet schon so lang
    auf Frühlingsregenwürmer.

    Im Walde hat so manches Reh
    des Frühlings Ruf vernommen
    und pinkelt`s auf den letzten Schnee,
    heißt es den Lenz willkommen.

    (Alfons Pillach)

  29. Der Kuckuck hat uns heute freundlich begrüßt, aber einen Eselsschrei haben wir noch nicht vernommen!

    Der Kuckuck und der Esel,
    Die hatten großen Streit,
    |: Wer wohl am besten sänge 😐
    |: Zur schönen Maienzeit 😐

    Der Kuckuck sprach: „Das kann ich!“
    Und hub gleich an zu schrei’n.
    |: Ich aber kann es besser! 😐
    |: Fiel gleich der Esel ein. 😐

    Das klang so schön und lieblich,
    So schön von fern und nah;
    |: Sie sangen alle beide 😐
    Kuckuck, Kuckuck, i-a, i-a!
    Kuckuck, Kuckuck, i-a!

    Der Text stammt Hofmann von Fallersleben (1798-1874).
    Der Melodie liegt ein Lied von Carl Friedrich Zelter (1758-1832), einem engen Freund Goethes, zugrunde.

    Hier ist Interessantes über dieses vermeintlich naive Kinderliedchen zu lesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kuckuck_und_der_Esel

    • Wie die Smileys sich eingefunden haben, ist mir ein Rätsel. Ich habe sie nicht einbestellt! Sie gucken aber freundlich drein. Also: willkommen!

  30. Im wunderschönen Monat Mai,
    Als alle Knospen sprangen,
    Da ist in meinem Herzen
    Die Liebe aufgegangen.

    Im wunderschönen Monat Mai,
    Als alle Vögel sangen
    Da hab ich ihr gestanden
    Mein Sehnen und Verlangen.

    (Heinrich Heine)

  31. Diese zauberhafte wiese
    mit all ihren
    bunten blumen und gräsern
    mit all ihren
    windspielen
    und zarten düften
    möchte ich dir
    wie einen großen
    blumenstrauß
    schenken.

    (Irena Stasch)

  32. Die beste Zeit im Jahr ist Mai’n,,
    da singen alle Vögelein.
    Himmel und Erde ist der voll,
    viel gut Gesang da lautet wohl.

    Voran die liebe Nachtigall
    macht alles fröhlich überall
    mit ihrem lieblichen Gesang,
    des muß sie haben immer Dank.

    Viel mehr der liebe Herre Gott,
    der sie also geschaffen hat,
    zu sein ein rechte Sängerin,
    der Musica ein Meisterin.

    Dem singt und springt sie Tag und Nacht,
    seins Lobes sie nicht müde macht:
    den ehrt und lobt auch mein Gesang
    und sagt ihm einen ewgen Dank.

    Text von Martin Luther, 1538

    Dir, liebe Echium, Dank für die schöne Begegnung in diesen Maientagen!

    • Mein Herz läuft mir über, meine Seele ist reich genährt. Auch hier habe dir zu danken! So reich an Wegzehrung!

      • Mein Vorhaben, dir für jeden Maientag ein Lied oder Gedicht zu schicken, konnte ich leider nicht vollständig verwirklichen. Mittlerweile haben wir schon den 6. Juni und die Sommerlieder warten darauf, gesungen zu werden……….

  33. „Worte sind Blätter, alte braune Blätter im Frühling,
    Ins Unbekannte fliegen sie auf der Suche nach einem Lied.“

    (Ezra Pound, 1885-1972)

    Ja, so ist’s – und doch:
    Es gibt Gedichte, die des Singens nicht bedürfen, weil ihre Vokale und Konsonanten selbst die reinste Musik sind.
    Hier ist eines:

    „Ein kleines Lied! Wie geht’s nur an,
    Daß man so lieb es haben kann,
    Was liegt darin? erzähle!

    Es liegt darin ein wenig Klang,
    Ein wenig Wohllaut und Gesang
    Und eine ganze Seele.“

    (Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916)

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