Wie gut es uns doch geht

Fast ein Gebet

Wir haben ein Dach
und Brot im Fach
und Wasser im Haus,
da hält man’s aus.

Und wir haben es warm
und haben ein Bett.
O Gott, daß doch jeder
das alles hätt‘!

Reiner Kunze

Ja, das ist mir gestern wieder einmal so richtig bewusst geworden als ich mit dem Morok-Mann das Racletteessen genoss und wir auf das neue Jahr angestoßen haben. – „daß doch jeder das alles hätt‘!“

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~ von Echium - 1. Januar 2016.

4 Antworten to “Wie gut es uns doch geht”

  1. Liebe Anne,

    wir haben in der Neujahrsnacht auch Raclette gegesseen, auf umwegen, alles schön im Whonzimmer aufgebaut – wir freuen uns auf das leckere Essen , mein Mann drückt auf start und wir stehen im dunkeln noch mal probiert und wieder hat es den Strom rausgehauen! Also alles in die Küche und dort gings, und es war lecker!Gruss, Tanja

  2. Glaub es, oder nicht: Ich bin gerade aufgestanden. Da dachte ich mir, wie gut ich es doch habe. Nach Feiertagen mit lieben Freunden. Jetzt sitze ich auf der Terrasse, in eine Decke gehüllt und kann dem Regen zuhören. Ich kann etwas leckeres einkaufen gehen. Oder auch nicht- da ist genug im Haus.
    Ganz leise ist eine Stimme in mir, die sagt: Das ist ein besonderes Glück!

  3. In unser Dorf von 1000 Einwohnern sind die ersten Neubürger aus Syrien eingezogen. 31 Personen (7 Familien) werden es insgesamt sein, die in einem Privathaus mit 190 qm Wohnfläche einziehen. 9 sind schon da.

    Wenn ich mir vorstelle, wie ich mich fühlen würde – 5 qm Wohnfläche pro Person, keine echte Privatsphäre, gemeinsame Bad- und Küchenbenutzung mit mir fremden Menschen, die z. T. nicht meine Sprache sprechen, komplett andere Vorstellungen von Ordnung, Sauberkeit und angenehmer Lautstärke haben …
    Und dann aber auch: endlich angekommen zu sein, nach z. T. monatelanger Flucht. Eine Familie hat uns auf ihrem Handy Bilder gezeigt von toten Kindern auf den Straßen von Aleppo und uns gesagt, dass sie geflohen sind, um ihre Kinder zu retten. Alles verkauft. Das schöne große Haus und den großen Olivenhain zurückgelassen. Schlepper bezahlt, Schwimmwesten gekauft.

    Oh Mann, geht es uns gut.
    Danke, Anne, für das schöne Gedicht.

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