Geburtsbericht

27.05.2016 – SSW 38+0,

eigentlich  routinemäßige Kontrolle im Krankenhaus

 

3:17 Uhr

Blick auf die Uhr. Ich liege schon etwas länger wach. In mir ein unruhiges Gefühl, nicht aufgeregt, nicht ängstlich, nur eine innere Unruhe, einschlafen kann ich nicht mehr

 

8:05 Uhr

in der KFZ-Zulassungsstelle: Ich habe nun einen… meinen fahrbaren Untersatz angemeldet

 

9:20 Uhr

im Krankenhaus:Schwester Conny begrüßt mich, ich soll in den Aufenthaltsraum, alle CTGs sind besetzt, sie nimmt schon einmal Blut, Urin und misst Blutdruck: 164/98, kein gutes Zeichen… die Präeklampsie meldet sich wieder

CTG-Zimmer: Herztöne vom Barbel-Bub auffällig, zwei Ärzte sehen drüber und meinen „nicht zackig und breit genug“, gynäkologische Untersuchung, Ultraschall am Feinsonogerät. Die Ärztin sucht 20 min nach Fruchtwasser und wird kaum fündig, Laborwerte sind schlechter denn je, dringender Rat zur sofortigen Einleitung, alles Verhandeln bringt nichts, schnell die wichtigsten Personen informiert

 

12:40 Uhr

Einleitung mittels Tampon, ich werde in ein Zimmer gebracht und ans CTG angeschlossen

 

13:30 Uhr

erste Wehen auf dem CTG zu sehen, ich spüre aber nichts

 

14:10 Uhr

die Herztöne vom Barbel-Bub rutschen immer wieder unter den Wehen weg, ich bekomme eine Lösung zum Trinken, die den Buben etwas aufpäppeln soll

 

16:20 Uhr

im Kreißsaal: Herztöne sind weiterhin auffällig, ich wurde in den Kreißsaal gebracht, weil hier die Überwachung besser ist. Die Wehen merke ich nun auch. Es sind Rückenwehen, die nach vorne in den Unterbauch ziehen und dann in den Schambeinbereich. Das CTG zeigt diese Wehen nicht an

 

16:40 Uhr

Immer wieder schaut eine Ärztin über das CTG und ist nicht zufrieden. Aufklärungsgespräch zum Kaiserschnitt, wir versuchen es aber weiter.Wehen alle 3 bis 5 Minuten, der Morok kommt dazu. Die ersten Stunden hatte ich um seine Abwesenheit gebeten.

 

18:08 Uhr

Blasensprung! Sofort werden die Wehen heftiger und die Herztöne vom Barbel-Bub schlechter. Ich muss mich alle 20 min von der linken auf die rechte Seite drehen, darf nur liegen, so bleiben die Herztöne halbwegs auf Trapp

 

ab ca 19:30 Uhr

Wehen alle 1 bis 2 Minuten. Immer wieder kommt nun die Oberärztin vorbei und guckt sich das CTG an, sehr unzufrieden. Vaginale Untersuchung: Muttermund weiterhin geschlossen, es kann noch Stunden dauern, so ihre Prognose

 

ca 21:10 Uhr

Mich verlassen die Kräfte. Weiterhin alle 1 bis 2 Minuten Wehen und ich bin schon seit 3 Uhr wach. Ich frage die Hebamme, ob wir entweder etwas gegen oder für die Wehen tun können, spreche offen an, dass ich kurz schlafen möchte und dass ich befürchte für weitere Stunden Wehen und Geburt nicht fit genug zu sein, eventuell einen Krampfanfall zu erleiden

Die Oberärztin schaut sich wieder das CTG an, absolut nicht zufrieden, ich beginne mich bei jeder Wehe zu übergeben. Etwas trinken darf ich nicht, da ein Kaiserschnitt immer wahrscheinlicher wird

 

ca 22:40 Uhr

Die Herztöne vom Barbel-Bub fallen rapide ab, bis auf unter 60 Schläge pro Minute. Es ist wahrscheinlich zu viel Stress für das kleine Würmchen. Dringender Handlungsbedarf! Nun geht alles rasend schnell und ich komme mit dem Denken nicht mehr hinterher

 

22:53 Uhr

Unterschrift unter die Aufklärung von der Anästhesistin. Bett wird schon Richtung OP geschoben, Morok bekommt OP-Kleidung

Im OP viele Anweisungen von vielen Menschen, schwer sich auf die richtige Anweisung zu konzentrieren. Periduralanästhesie sitzt zum Glück sofort, sonst wäre ein Vollnarkose notwendig geworden.

Mitteilung, dass SIE da ist. Nun weiß ich, das alles gut wird. Morok setzt sich zu meiner rechten. Sie beginnen den Kaiserschnitt und ich spüre nur ein leichtes Ruckeln an meinem Leib.

 

23:07 Uhr

Es ist vollbracht. Der Barbel-Bub ist da!

 

 

 

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~ von Echium - 9. Juni 2016.

3 Antworten to “Geburtsbericht”

  1. Ich bin froh dass alles gut gelaufen ist. Ich hatte ja beim ersten Mal leider nicht das Glück 😦 Darum war ich sehr nervös und musste oft an dich und den Bärbel denken.
    Natürlich ist ein KS nicht das gelbe vom Ei, aber hauptsache es geht Mutter und Kind gut, nur das zählt. Meine Kinder kamen alle drei so zur Welt und jetzt ist das alles egal.

  2. Wie geht es euch??? Alles gut überstanden und geht’s dem Bub gut? 🙂

  3. Herzlichen Glückwunsch zu eurem kleinen Sohn. Es ist doch immer wieder ein Wunder und ich werde beim Anblick eines Neugeborenen immer sehr dankbar und demütig. Ich freue mich sehr mit euch. Die dramstischen Stunden der Geburt sind rasch vergessen, wenn man ein gesundes Kind im Arm hält. Möge der Kleine ein schönes und glückliches Leben haben!
    Mit allen guten Wünschen für die ganze Familie!
    Anne

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